IT-Lexikon

Recovery Point Objective (RPO)

Das RPO beschreibt, wie viel Datenverlust gemessen in Zeit höchstens akzeptabel ist.

Kurz erklärt

Was bedeutet Recovery Point Objective (RPO)?

Das RPO beschreibt, wie viel Datenverlust gemessen in Zeit höchstens akzeptabel ist.

Welche Geschäftsfrage beantwortet das RPO?

Das Recovery Point Objective legt fest, auf welchen zuletzt gesicherten Datenstand ein Unternehmen nach einem Vorfall mindestens zurückkehren können muss. Es beantwortet damit die Frage: Wie viele Minuten oder Stunden neuer Arbeit dürfen im schlimmsten Fall verloren gehen?

Wie unterscheidet sich RPO von RTO?

RPO betrifft den akzeptablen Datenverlust. RTO beschreibt dagegen, wie schnell ein System wieder verfügbar sein soll. Beide Ziele gehören zusammen: Eine sehr aktuelle Sicherung hilft wenig, wenn ihre Wiederherstellung mehrere Tage dauert, und ein schneller Neustart hilft nicht, wenn wichtige Daten fehlen.

Praxisbeispiel: Buchhaltung und Dateiablage

Für laufende Buchungsdaten kann ein RPO von einer Stunde sinnvoll sein, während ein selten geändertes Archiv mit einem täglichen Sicherungslauf auskommt. Fällt ein System um 15 Uhr aus, dürfte die Buchhaltung höchstens auf den Stand von 14 Uhr zurückfallen.

Wie wird ein realistisches RPO festgelegt?

Zuerst wird je Anwendung bewertet, wie häufig Daten geändert werden und welche Folgen eine Wiederholung oder ein Verlust hätte. Daraus entstehen unterschiedliche Klassen für kritische, wichtige und weniger zeitkritische Daten. Ein pauschaler Wert für die gesamte IT ist meist weder wirtschaftlich noch passend.

Welche technische Wirkung hat ein kurzes RPO?

Je kürzer das Ziel, desto häufiger müssen Daten gesichert oder repliziert werden. Das benötigt Speicher, Bandbreite, Überwachung und geeignete Anwendungen. Sehr kurze Ziele können spezielle Verfahren erfordern und verursachen daher meist höhere Kosten als ein tägliches Backup.

Typische Fehler

Ein RPO wird manchmal ohne Beteiligung der Fachabteilungen festgelegt oder mit der Aufbewahrungsdauer verwechselt. Auch ein geplanter Wert ist nur belastbar, wenn Sicherungen überwacht und Wiederherstellungen getestet werden. Die Geschäftsanforderung muss technisch nachweisbar erreichbar sein.